Das Stück „Der Weiberfeind“, einem Lustspiel in drei Akten von Sepp Faltermaier, wird, wenn es nach dem Regisseur Andi Lagler geht, die Lachmuskeln der Besucher mit spritzigen Wortwechseln und bayerischem Charme fordern. Im Zentrum steht Bauer Vitus (Hans Peisl), der sich von heiratswütigen Frauen in die Enge getrieben fühlt und deshalb zum verbissenen „Weiberfeind“ wird. Doch als die mysteriöse Zigeunerin Lyssa (Ute Bergmeister) ihm eine glückliche Zukunft voraussagt und die junge Vroni (Riccarda zur Hörst) bei ihm Unterschlupf sucht, überschlagen sich die Ereignisse: Nicht nur ein kleines Kind will versorgt werden, sondern auch die Liebe hält plötzlich und unerwartet Einzug auf dem Hof.
Als Hausl stehe ich mitten in einer herrlich schrägen Männerwirtschaft: ein grantelnder Bauer, ein pfiffiger Dienstbub – und ich, der vermeintlich kränkelnde Altbauer, der mehr mitbekommt, als man glaubt.
In unserem Drei-Männer-Haushalt soll plötzlich eine Frau Ordnung schaffen. Eine Hauserin, eine Hochzeiterin, sogar eine Wahrsagerin – alle versuchen, meinen Sohn Vitus doch noch unter die Haube zu bringen. Aber der „Weiberfeind“ denkt gar nicht daran, sich einfangen zu lassen. Und ich? Ich beobachte das Ganze mit einer Mischung aus Bauernschläue, trockenem Humor und dem einen oder anderen strategischen Huster zur rechten Zeit.
Das Stück entführt in eine bayerische Stubn der 1950er-Jahre – mit viel Herz, Tempo und pointierten Dialogen. Zwischen Wortgefechten, gescheiterten Verkupplungsversuchen und überraschenden Wendungen wird klar: Manchmal kommt das Glück ganz anders ins Haus, als man denkt.
Für mich ist der Hausl eine echte Herzensrolle – verschmitzt, ein bisserl eigensinnig und doch mit feinem Gespür für das, was richtig ist. Und genau das macht diesen Theaterabend so besonders: ehrlicher, bayerischer Humor, der direkt ins Herz – und ins Zwerchfell – trifft.
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